Montag, 11. September 2017

Was ist Rechtsextremismus?



Das rechtsextremistische Spektrum setzt sich aus sehr verschiedenen Gruppen und Organisationen zusammen, darunter Parteien, neonazistische Kameradschaften und gewaltbereite Gruppen. 
Eine juristische Definition des Begriffes "Rechtsextremismus" existiert nicht, ebenso wenig eine in der soziologischen oder politologischen Diskussion allgemein anerkannte. Hinzu kommt, dass der Rechtsextremismus kein einheitliches, ideologisch geschlossenes Phänomen ist, sondern eine Vielzahl unterschiedlicher Strömungen, ideologischer Ausrichtungen und Organisationsformen umfasst. Gleichwohl ist es beispielsweise möglich, rechtsextremistische Ideologie inhaltlich durch Darstellung der wesentlichen Merkmale zu beschreiben:
Nationalismus 
Wahrung und Stärkung der eigenen Nation als oberster alles dominierender Grundsatz (übersteigerter, völkisch fundierter Nationalismus, Auffassung eigener Überlegenheit).

Autoritarismus 
Überbetonung staatlicher Autorität gegenüber der Gesellschaft mit Idealisierung hierarchischer Strukturen (auch fehlende innerorganisatorische Demokratie).

Antipluralismus 
Unterwerfung und Bekämpfung individueller oder gruppenspezifischer Interessen zugunsten der "Volksgemeinschaft", Ablehnung von Interessenverbänden (Identität von Regierung und Volk).

Ideologie der Ungleichwertigkeit 
Ausgrenzung/Abwertung nicht zur Eigengruppe gehörender Menschen; biologistisches Weltbild (Rassismus/Ausländerfeindlichkeit, Betonung angeblich "natürlicher Hierarchien" und des Rechts des Stärkeren). 

Themen im Phänomenbereich Rechtsextremismus:

Ein geschlossenes theoretisches System ist im Rechtsextremismus nicht vorhanden. Gleichwohl finden sich in der politischen Argumentation sämtlicher rechtsextremistischer Organisationen/Gruppierungen gemeinsame Begriffe.
Die wichtigsten rechtsextremistischen Parteien sind in Nordrhein-Westfalen die 'Nationaldemokratische Partei Deutschlands' (NPD), 'Bürgerbewegung pro Köln' und 'pro NRW'.
Die heutige Neonazi-Szene steht in der Tradition des historischen Nationalsozialismus mit seinem Elite- und Führerprinzip.
Sie versteht sich als Protest, als Opposition zur Gesellschaft. Als Ausdruck ihres Protests hat die Skinhead-Bewegung eigene "Standards" entwickelt wie zum Beispiel Kleidungsaccessoires, Kommunikationsmittel (Fanzines) und als Hauptmerkmal ihren eigenen Musikstil.
Die Neue Rechte ist eine in den 60er Jahren in Anlehnung an die französische "Nouvelle Droite" und ihren Vordenker Alain de Benoist entstandene geistig-politische Strömung, die sich als "Gegenmodell" zur Studentenbewegung von 1968, der Neuen Linken, verstand.
Ziel des Revisionismus ist es, die Geschichtsschreibung über die Zeit des Nationalsozialismus zu widerlegen und dadurch langfristig die nationalsozialistische Ideologie zu rehabilitieren.
Bei den sonstigen rechtsextremistischen Gruppierungen handelt es sich zumeist um Kleingruppen bis hin zu Ein-Mann-Organisationen - in der Regel von marginaler Einflussnahme auf die Entwicklung des gesamten Rechtsextremismus in der Bundesrepublik Deutschland.
Rechtsextremistische Parteien, Vereinigungen, aber auch neonazistische Kameradschaften sind immer wieder bemüht, in der Bevölkerung Anklang für ihre Ziele zu finden, indem sie die öffentliche Auseinandersetzung mit bestimmten Themen kampagnenartig forcieren.
Die rechtsextremistische Szene hat ein Mediennetz gesponnen, das aus einer großen Bandbreite an Publikationen besteht. Dazu zählen regelmäßig erscheinende Zeitungen und Zeitschriften (mit einer Jahresgesamtauflage von mehreren Millionen Exemplaren), Bücher und Tonträger, insbesondere CDs. Zu einem der wichtigsten Kommunikationsmittel der Szene ist das Internet geworden.
Quelle: http://www.mik.nrw.de

Sonntag, 27. August 2017

Geflüchtete Menschen in Deutschland


Präventionsansätze bei der Integration von Migranten


von Rita Haverkamp

Die Aufnahme, Unterbringung, Erstversorgung und Integration nach Deutschland geflüchteter Menschen ist während der ersten unübersichtlichen Phase (2015/2016) mit großem Engagement, erheblicher Kreativität und Flexibilität von den Kommunen sowie der Zivilgesellschaft geleistet und gestaltet worden. 

Mittlerweile ist die Zuwanderung von Geflüchteten zurückgegangen und die behördlichen Handlungsabläufe wurden verbessert. Die Befürchtungen, die Aufnahmegesellschaft sowie ihre Institutionen seien überfordert und die Handlungsfähigkeit des Staates gerate außer Kontrolle, haben sich nicht bestätigt. Vielmehr entspannt sich die Problemwahrnehmung. 

Die Integrationsaufgaben bleiben allerdings eine große Herausforderung für Staat und Gesellschaft. Auch die unvermeidlichen Auswirkungen auf die Kriminalitätsentwicklung bis hin zu Terrorismusgefahren können nicht außer Acht gelassen werden. Die Akteure insbesondere kommunaler Präventionsarbeit sind weiterhin gefordert, ihren Beitrag beim Integrationsmanagement zu leisten, aber auch spezifische kriminalpräventive Ansätze zu entwickeln. 

Der folgende Beitrag diskutiert Präventionsansätze bei der Integration von Migranten. Die Langfassung des Artikels können Sie hier als pdf herunterladen
Quelle: forum kriminalprävention Ausgabe 02/2017 April bis Juni

Donnerstag, 24. August 2017

Hotelbrand in Garath - Verdacht des versuchten Mordes in acht Fällen - Polizei veröffentlicht Videos aus der Tatnacht - Staatsanwaltschaft setzt 3.000 Euro Belohnung aus


Acht Monate nach dem Brand eines Hotels im Düsseldorfer Stadtteil Garath gehen die Fahnder neuen Hinweisen nach und ermitteln unter anderem im Landkreis Mettmann und in Köln. Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft geht - unter Zugrundelegung eines eingeholten Brandgutachtens - vom Verdacht des versuchten Mordes in acht Fällen aus. Für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen, ist eine Belohnung von 3.000 Euro ausgesetzt. 

Am Samstag, 17. Dezember 2016, gegen 1.37 Uhr, kam es in einem Hotel an der Emil-Barth-Straße zu einem Brand. (unsere Berichterstattung vom 17. Dezember 2016 - http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/13248/3514224 ) Hierbei war unter anderem ein 22-jähriger Hotelgast schwer verletzt worden, als er sich mit einem Sprung aus der ersten Etage vor den Flammen retten musste. Weitere Personen erlitten Rauchgasintoxikationen. 

Schon die ersten Untersuchungen am Tatort deuteten seinerzeit auf ein vorsätzlich herbeigeführtes Brandgeschehen hin. "Das Gutachten des Brandsachverständigen lässt keinen Zweifel daran, dass der Brand zu einer konkreten Gefahr und Bedrohungslage für die zur Nachtzeit arglos schlafenden Hotelgäste wurde. Daher ermitteln wir wegen des Verdachts des achtfachen versuchten Mordes" so die verantwortliche Staatsanwältin Britta Zur. 

Während der schwierigen und langanhaltenden Arbeit der Mordkommission "MK Achteck" haben sich auch Hinweise in den Raum Mettmann und nach Köln ergeben. Die Polizei veröffentlicht daher auch hier die Bilder aus Überwachungskameras. Hier sind zwei Personen zu erkennen, die das Feuer legen und anschließend zu Fuß und später mit einem dunklen Klein- oder Kompaktwagen in Richtung Koblenzer Straße fliehen.
 
Für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen, setzt die Staatsanwaltschaft eine Belohnung von 3.000 Euro aus. Wer Angaben zu der Tat, den Tätern und/oder dem Fluchtfahrzeug machen kann, wird gebeten sich unter der Rufnummer 0211-8700 mit der MK Achteck in Verbindung zu setzen.

Rückfragen bitte an:

Staatsanwaltschaft Düsseldorf
StA´in Britta Zur
Telefon: 0211-60251229

oder

Polizei Düsseldorf
Pressestelle

Telefon: 0211-870 2005
Fax: 0211-870 2008
http://www.duesseldorf.polizei.nrw.de
Original-Content von: Polizei Düsseldorf, übermittelt durch news aktuell

Mittwoch, 23. August 2017

BETRUG AM GELDAUTOMATEN

 Bild: www.polizei-beratung.de

Die Daten auf der Geldkarte werden ausgelesen, die Eingabe der PIN gefilmt - Kriminelle schaffen es immer wieder Geldautomaten zu manipulieren. Mit den geklauten Daten und einer Blanco-Karte können sie sich an fremden Konten bedienen. Doch vor Skimming kann sich jeder schützen. Die Polizei zeigt wie. Mehr...

Montag, 21. August 2017

ABZOCKE BEI KAFFEEFAHRTEN




Geldgewinne, Geschenke, gutes Essen und weitere Attraktionen vor Ort – mit den immer gleichen Versprechen werden meist ältere Menschen zur Teilnahme an einer Tagestour gelockt. Doch hinter der preiswerten Fahrt ins Grüne verbirgt sich oft eine als Kaffeefahrt getarnte Verkaufstour.

Auf keinen Fall sollten Teilnehmer einer solchen Fahrt sich bei einer solchen Veranstaltung im Hinterzimmer dazu verleiten lassen, etwas zu unterschreiben oder gleich das Portemonnaie zu zücken. Das Geld ist dann oft weg, auch wenn der Kaufvertrag hinterher widerrufen wird. Wie Teilnehmer auf falsche Versprechen nicht hereinfallen und gegen unseriöse Verkaufsstrategien vorgehen können, dazu geben die Verbraucherzentrale NRW und die Polizei Nordrhein-Westfalen hilfreiche Tipps:


  • Nette Einladung nur schöner Schein: Preiswerten Touren mit vielen Extras sollte man stets misstrauisch begegnen! Sinnvoll ist es, das Angebot zu einer Kaffeefahrt und besonders das Kleingedruckte vor der Buchung sorgfältig zu lesen. Sämtliche Kosten – auch zusätzliche Extras – und sonstige Teilnahmebedingungen sollten vorher zusammengetragen und geprüft werden. Bei Ungereimtheiten am besten Angehörige, Betreuer oder die Mitarbeiter der Verbraucherzentrale NRW um Rat fragen. Im Zweifel sollten Interessenten besser zu Hause bleiben.

  • Gerissene Verkaufstaktik: Veranstalter von Kaffeefahrten haben nichts zu verschenken, sondern treiben mit Rentnern und Pensionären ein für sie einträgliches Spiel und mit den ermittelten Adressdaten zusätzlich noch einen regen Handel. Ihre Verkaufsveranstaltung findet meist in einem abgelegenen Lokal statt, damit möglichst niemand zu einem interessanteren Ort entschwindet. Während einer mehrstündigen Präsentation werden Teilnehmer von geschulten Verkäufern geschickt zum Kauf von zweifelhaften Gesundheitspräparaten, Rheumadecken, Werkzeug oder Küchengeräten zu völlig überzogenen Preisen animiert. Verläuft das Geschäft nicht so einträglich wie erhofft, werden potenzielle Käufer oft aggressiv von den Verkäufern bedrängt. 

  • Teilnahme und Kauf kein Zwang: Gäste einer Verkaufsveranstaltung können sich jedoch durchaus während der Warenpräsentation absetzen und bis zur Rückfahrt etwas anderes unternehmen. Sie haben dennoch einen Anspruch auf sämtliche Leistungen – etwa Verpflegung und Rücktransport –, die sie gebucht und bezahlt haben. Sie müssen auch nichts kaufen. Falls Teilnehmer daran gehindert werden, den Veranstaltungsraum zu verlassen, sie womöglich sogar bedroht werden, sollte sich niemand scheuen, die Polizei über den Notruf 110 zu verständigen und Anzeige wegen Nötigung zu erstatten. Hilfreich ist es bei Problemen, vorsorglich die Namen des Busunternehmers und des Fahrers sowie das Kennzeichen des Busses für eine Beschwerde zu notieren.

  • Unterschrift und Anzahlung tabu: Sinnvoller ist es, Kaufvertrag und Werbematerial mitzunehmen, um den Vertrag in Ruhe zu prüfen sowie Preis und Qualität mit anderen Waren zu vergleichen. Höchste Vorsicht ist geboten bei Anbietern, die in ihren Unterlagen lediglich eine Postfachadresse oder einen Firmensitz im Ausland angeben. In solchen Fällen ist eine rechtliche Verfolgung meistens aussichtslos.

  • Widerrufs- und Rückgaberecht: Wird ein Warenkauf im Nachhinein bereut, weil der Preis der neuen Heizdecke zu hoch erscheint oder Zweifel an der angepriesenen Wunderwirkung von Fitness-Pillen aufkommen, kann ein Käufer innerhalb von 14 Tagen nach Aushändigung der Widerrufsbelehrung ohne Begründung vom Kaufvertrag Abstand nehmen. Käufer sollten bei der Aushändigung eines Vertrages stets auf das Datum achten. Unseriöse Anbieter versuchen oft, das 14-tägige Widerrufsrecht durch Zurückdatierung auszuhebeln. Wichtig ist auch, dass der Name der Firma, einer verantwortlichen Person und die Anschrift – nicht nur ein Postfach – im Kaufvertrag angegeben sind. 



Weitere Auskünfte
 
zu dubios erscheinenden Bustouren enthält ein gemeinsames Info der Verbraucherzentrale NRW und der Polizei Nordrhein-Westfalen

Den kostenlosen Präventionstipp und persönliche Hilfe gibt’s in den Beratungsstellen der Verbraucherzentrale NRW und bei den Kriminalkommissariaten Kriminalprävention/Opferschutz der Polizei NRW.